Wenn ich Menschen erzähle, dass ich Reiki praktiziere, kommen oft zwei Reaktionen: neugieriges Nachfragen oder ein leises Zurückweichen. Beides ist verständlich. Reiki ist eine Methode, die sich nicht vollständig erklären lässt — zumindest nicht auf dem Weg, auf dem wir vieles andere erklären. Und genau das macht es für manche interessant und für andere zunächst befremdlich.
In diesem Artikel möchte ich beschreiben, was Reiki ist, wie ich damit arbeite und was du von einer Session bei mir erwarten kannst.
Was Reiki bedeutet
Der Begriff Reiki setzt sich aus zwei japanischen Wörtern zusammen: Rei bedeutet so viel wie universell oder allumfassend, Ki steht für Lebensenergie — die Kraft, die allem Lebendigen innewohnt. Im Chinesischen heißt diese Energie Qi, im Sanskrit Prana. Das Konzept einer feinstofflichen Lebensenergie ist in vielen Kulturen und Jahrtausenden bekannt.
Reiki wurde im frühen 20. Jahrhundert von dem japanischen Heiler Mikao Usui systematisiert. Er entwickelte eine Methode, diese Energie durch das Auflegen der Hände weiterzugeben — nicht aus eigener Kraft, sondern als Kanal für eine Energie, die größer ist als die Person, die gibt.
Das klingt abstrakt. In der Praxis ist es oft sehr konkret.
Was in einer Session passiert
Du kommst mit einem Anliegen — oder einfach mit dem Bedürfnis nach Ruhe. Zu Beginn sprechen wir kurz darüber, was dich gerade bewegt: körperlich, emotional, oder einfach die diffuse Schwere eines langen Zeitraums. Das Gespräch ist kein Interview. Es gibt mir Orientierung, damit ich aufmerksam arbeiten kann.
Dann liegst du in bequemer Kleidung auf einer Liege. Ich lege meine Hände auf verschiedene Körperstellen — Kopf, Schultern, Brust, Bauch, Beine — und verweile dort für einige Minuten. Manche Menschen spüren Wärme, Kribbeln oder eine tiefe Entspannung. Manche schlafen ein. Andere nehmen zunächst wenig wahr. Das alles ist richtig.
Am Ende gibt es Raum für ein Nachgespräch. Was hast du wahrgenommen? Was war anders? Was möchtest du weitertragen?
Eine Session dauert etwa 60 Minuten.
Für wen Reiki geeignet ist
Reiki ist keine Therapie und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Das sage ich klar, weil es mir wichtig ist.
Gleichzeitig beobachte ich in meiner Arbeit, dass Reiki Menschen erreicht, die sich in einem Zwischenraum befinden: nicht krank genug für eine Diagnose, aber auch nicht wirklich gut. Erschöpft. Innerlich unruhig. Auf der Suche nach etwas, das sich wieder richtig anfühlt.
Reiki kann diesen Zustand nicht lösen. Aber es kann einen Raum schaffen, in dem der Körper zur Ruhe kommt und die eigene Wahrnehmung sich wieder schärft. Viele meiner Klientinnen und Klienten beschreiben das als einen Ort, an dem sie ankommen dürfen — ohne Erwartung, ohne Leistung.
Die Ausbildung
Reiki lässt sich lernen. Ich unterrichte alle Grade des traditionellen Usui-Reiki.
Im ersten Grad lernst du die Grundlagen: traditionelle Handhaltungen, die fünf Lebensregeln nach Mikao Usui, die Gassho-Haltung und die Grundlagen der Chakrenlehre. Nach diesem Kurs kannst du Reiki bei dir selbst und bei anderen anwenden.
Der zweite Grad vertieft das Verständnis. Du lernst die ersten drei Reiki-Symbole, ihre Bedeutung und praktische Anwendung sowie die Grundlagen der Mentalarbeit und Fernheilung. Dieser Grad wird frühestens ein Jahr nach dem ersten Grad gelehrt — nicht als Regel, sondern weil der Weg dorthin Zeit braucht.
Der Meister/Lehrer-Grad ist der letzte Schritt. Er vermittelt die vollständigen Symbole und Einweihungsrituale aller Grade und berechtigt dazu, andere Menschen in Reiki auszubilden. Es ist kein Abschluss im üblichen Sinne — eher der Beginn einer vertieften Verantwortung für die eigene Praxis und die Menschen, die man begleitet.
Wie ich zu Reiki gekommen bin
Ich praktiziere Reiki seit über 25 Jahren. Nicht als Methode, die ich irgendwann erlernt und dann angewendet habe, sondern als Teil meines eigenen Weges — durch persönlich schwierige Zeiten, durch Erschöpfung und Suche, durch Momente, in denen mir das Auflegen der Hände mehr gegeben hat als viele Worte.
Das prägt, wie ich heute arbeite. Nicht mit dem Anspruch zu heilen, sondern mit der Bereitschaft, einen Raum zu halten, in dem Heilung möglich wird.
Wenn du neugierig bist — auf ein Gespräch, eine Schnuppersession oder eine Ausbildung — melde dich. Ich freue mich darauf.